Wie wir lernen
Inklusion im Alltag.
Wir sind eine Schule, in der alle Schüler:innen sich zugehörig fühlen, ihre Potenziale entdecken und ihre Lernwege gehen können. An der Offenen Schule Köln ist Inklusion kein Zusatz – sondern Prinzip. Wir verstehen Vielfalt als Bereicherung und gestalten unsere Schule so, dass alle gleichberechtigt teilhaben, lernen und sich entfalten können.
Unsere Schule ist ein Ort, an dem Verschiedenheit normal ist.
Inklusives gemeinsames Lernen
Alle Schüler:innen lernen gemeinsam – unabhängig von Unterstützungsbedarf oder Leistungsstand. Es gibt keine äußere Differenzierung, kein Sitzenbleiben oder Überspringen mit erzwungenem Lerngruppenwechsel. Stattdessen orientiert sich das Lernen am individuellen Tempo und Leistungsvermögen der Kinder – bei gleichbleibender Sicherheit des sozialen Bezugsrahmens.
So entsteht Gemeinschaft ganz ohne Denken in Schubladen.
Jahrgangsübergreifende Lerngruppen
Sowohl in der Grundschule als auch in der Sekundarstufe I profitieren die Schüler:innen in den Stufen 1–4, 5–7 und 8–10 von jahrgangsübergreifenden Lerngruppen. Jede Lerngruppe umfasst etwa 25 Schüler:innen, von denen rund 25% einen festgestellten sonderpädagogischen Förderbedarf haben.
Der Vorteil: Alle lernen im eigenen Tempo, unabhängig vom Alter. Die Schüler:innen lernen voneinander und miteinander. Altersgemischte Gruppen fördern soziale Kompetenzen, Selbstständigkeit und individuellen Lernfortschritt. Ein „Schnell-Lauf" durch die Schule ist auf diese Weise genauso wie "Mehr-Zeit-nehmen" möglich, ohne einen Wechsel der Lerngruppe.
Multiprofessionelle Teams ermöglichen gezielte Förderung
Jede Lerngruppe wird von einem multiprofessionellen Team begleitet – so können wir gezielt auf unterschiedliche Bedarfe eingehen:
Kernteam jeder Lerngruppe:
- Lernbegleiter:in der Grund- oder Gesamtschule
- Lernbegleiter:in für Sonderpädagogik
- Inklusionsbegleiter:innen
- in der Grundschule: pädagogische Fachkräfte
Je nach Bedarf ergänzen das Team:
- weitere Lernbegleitungen
- Lehramtsanwärter:innen (in allen Lehrämtern)
- Bundesfreiwilligendienstler:innen und Praktikant:innen
- Sozialpädagog:innen
Warum wir von Lernbegleitungen sprechen:
An der Offenen Schule Köln verstehen wir Lernen als einen individuellen und gemeinsamen Entwicklungsprozess. Deshalb verstehen wir Lehrer:innen als Lernbegleiter:innen, weil sie nicht nur Wissen vermitteln, sondern Schüler:innen dabei begleiten, eigene Interessen zu entdecken, Verantwortung für den eigenen Lernweg zu übernehmen und selbstständig zu lernen. Der Unterschied liegt vor allem in der Haltung: Lernbegleiter:innen begleiten, ermutigen, unterstützen auf Augenhöhe und schaffen eine Lernkultur, die von Vertrauen, Mitbestimmung und persönlicher Entwicklung geprägt ist.
Fragen zum individuellen Lernen
An der Offenen Schule Köln lernen Schüler:innen nicht alle zur gleichen Zeit dasselbe. Stattdessen steht die individuelle Lernentwicklung im Mittelpunkt. Die Schule schafft dafür Strukturen, in denen unterschiedliche Lernwege möglich sind und jede:r im eigenen Tempo arbeiten kann.
Lernbegleiter:innen statt „klassische Lehrer:innen“
Die Pädagog:innen an der OSK verstehen sich als Lernbegleiter:innen. Ihre Aufgabe besteht nicht nur darin, Unterrichtsinhalte zu vermitteln, sondern vor allem darin, Lernprozesse zu begleiten. Sie unterstützen Schüler:innen dabei, Ziele zu formulieren, passende Materialien zu finden und Herausforderungen zu bewältigen. Durch den engen Austausch kennen sie die Stärken, Interessen und Bedürfnisse der Lernenden gut und können so individuelle Lernwege gezielt fördern.
Jahrgangsübergreifende Lerngruppen
An der OSK lernen Schüler:innen in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen - in den Stufen 1–4, 5–7 und 8–10. Dadurch entsteht eine Lernkultur, in der unterschiedliche Lernstände selbstverständlich sind. Leistungsdruck durch „Sitzenbleiben“ oder „Überspringen“ spielt eine geringere Rolle, weil jede:r im eigenen Tempo voranschreiten kann. Gleichzeitig profitieren die Schüler:innen voneinander: Je nach individuellem Lernstand unterstützen sie sich gegenseitig - unabhängig vom Alter - erklären Inhalte und übernehmen Verantwortung. So werden sowohl fachliche als auch soziale Kompetenzen gestärkt.
Individuelle Lernwege
Jede:r Schüler:in arbeitet mit persönlichen Lernwegen, die gemeinsam mit den Lernbegleiter:innen entwickelt werden. Darin werden individuelle Ziele, Lernschritte und Schwerpunkte festgelegt – angepasst an Interessen, Fähigkeiten und den aktuellen Lernstand. Zweimal pro Halbjahr finden ausführliche Gespräche zur individuellen Lernentwicklung (ILEP) statt. In diesen Gesprächen reflektieren Schüler:innen im Beisein ihren Eltern oder Erziehungsverantwortlichen gemeinsam mit den Lernbegleiter:innen den bisherigen Lernweg, setzen sich neue Ziele und planen die nächsten Schritte.
Freie Lernzeiten und Projektarbeit
Freie Lernzeiten bilden einen wichtigen Teil des Konzeptes. In diesen Zeiten arbeiten Schüler:innen selbstständig an Aufgaben, vertiefen Themen oder verfolgen eigene Projekte. Viele Projekte sind fächerübergreifend angelegt und orientieren sich an realen Fragestellungen. Dadurch wird Lernen als sinnvoll und praxisnah erlebt und gleichzeitig Selbstorganisation und Eigenverantwortung gestärkt.
Selbstbestimmung und Verantwortung
Ein wichtiger Teil für Potenzialentfaltung ist es, Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen. Schüler:innen setzen sich mit Fragen auseinander wie: Was interessiert mich? Welche Ziele möchte ich erreichen? Wie gehe ich eine Aufgabe an?
So lernen sie Schritt für Schritt, ihren eigenen Lernweg aktiv mitzugestalten.
Ganzheitliches Lernen
An der OSK werden nicht nur kognitive Leistungen berücksichtigt. Auch kreative, soziale, sportliche oder handwerkliche Fähigkeiten sind wichtige Bestandteile der persönlichen Entwicklung. Projekte, praktische Lernangebote und gemeinschaftliche Aktivitäten bieten viele Möglichkeiten, unterschiedliche Talente zu entdecken und einzubringen.
Lernumgebung und Räume
Die Lernräume der OSK sind offen und flexibel gestaltet. Es gibt Arbeitsbereiche für Gruppen, ruhige Plätze für konzentriertes Arbeiten sowie Gemeinschaftsflächen für Austausch und Präsentation. Die Schüler:innen entscheiden – je nach Aufgabe und Arbeitsweise – selbst mit, wo und wie sie lernen möchten.
Unterstützung und Differenzierung
Ein multiprofessionelles Team begleitet das Lernen an der OSK. Neben den Grund- bzw. Gesamtschullehrkräften arbeiten Lehrkräfte für Sonderpädagogik, Inklusionsbegleiter:innen und Therapeut:innen eng zusammen, um individuelle Unterstützung zu ermöglichen. Lernmaterialien und Aufgaben sind differenziert aufgebaut, sodass alle am gleichen Thema arbeiten können – jedoch auf unterschiedlichen Niveaus und mit passenden Zugängen. So wird sichergestellt, dass jede:r entsprechend der eigenen Möglichkeiten gefordert und gefördert wird.
Individuelle Lernprozesse verlaufen unterschiedlich: Schüler:innen arbeiten in ihrem eigenen Tempo, setzen unterschiedliche Schwerpunkte und entwickeln sich fachlich sowie persönlich auf verschiedenen Wegen. Diese Vielfalt lässt sich nur begrenzt in klassischen Ziffernoten abbilden. Deshalb verzichtet die Offene Schule Köln bis einschließlich Jahrgangsstufe 8 bewusst auf Schulnoten.
Dokumentation statt Ziffernoten
Bis zum Ende der 8. Klasse werden Lernleistungen nicht mit Noten bewertet. Stattdessen dokumentiert die Schule die individuellen Lernfortschritte der Schüler:innen differenziert und nachvollziehbar. Dabei geht es sowohl um fachliche Kompetenzen als auch um persönliche Entwicklungen, zum Beispiel in Bereichen wie Selbstständigkeit, Zusammenarbeit oder Problemlösefähigkeit.
Ausführliche Lernentwicklungszeugnisse
Am Ende jedes Schulhalbjahres erhalten die Schüler:innen ein Zeugnis, das ihre Lernentwicklung ausführlich beschreibt. Für die einzelnen Fächer und Fachbereiche wird verständlich dargestellt, welche Kompetenzen erworben wurden und welche nächsten Lernschritte sinnvoll sind. Diese Form der Rückmeldung soll Orientierung geben und die weitere Lernentwicklung unterstützen.
Noten für Abschlüsse und Bewerbungen
In den Jahrgangsstufen 9 und 10 werden zusätzlich klassische Schulnoten von 1 bis 6 vergeben. Die Zeugnisse enthalten damit sowohl die beschreibenden Rückmeldungen zur Lernentwicklung als auch die für Abschlüsse und Bewerbungen notwendigen Noten.
Bewertung in der gymnasialen Oberstufe
In der gymnasialen Oberstufe gelten die gesetzlichen Vorgaben für die gymnasiale Laufbahn. Die Schüler:innen erhalten dort die entsprechenden Versetzungszeugnisse und Laufbahnbescheinigungen, die für den Weg zum Abitur erforderlich sind. Zusätzlich erhalten die Schüler:innen eine Übersicht über gezeigte zukunftsrelevante Schlüsselkompetenzen.